Auf ein Wort - zu Weihnachten 2017

4. Advent und Heilig Abend
Doppelte Freude? Oder doppelter Stress?


Wochenspruch zum 4. Advent:
Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! (Phil.4,4)
Liebe Leserinnen, lieber Leser,

Was passiert bei Ihnen im Advent und zu den Weihnachtsfeiertagen?

Traditionell gibt es viele wichtige Dinge, die erledigt werden müssen: Weihnachtsputz, Plätzchen backen, Weihnachtsgrüße schreiben, Geschenke besorgen, Weihnachtsfeiern organisieren, Besuche planen, Weihnachtsessen vorbereiten. Das alles mit einer Woche weniger als sonst. Für die Familienmanager einer Familie ist das eine große logistische und organisatorische Herausforderung …. und dann auch noch irgendwie einen Kirchenbesuch unterbringen?
Besuche werden nach Wichtigkeit sortiert und generalstabsmäßig geplant. Es wird eine Auswahl der Menschen getroffen, die es wert sind, an Weihnachten besucht zu werden. Dabei warten so viele Großeltern, Paten, Tanten, Onkel, Freunde und Freundinnen auch in diesem Jahr vergeblich auf einen Weihnachtsgruß oder einen Besuch ihrer Familienangehörigen. Keine Zeit zu haben liegt im Trend. Die Ausreden sind vielfältig und leicht zu durchschauen.
Ist dieser Weihnachtstrubel das, was mit der Geburt Jesu gemeint war?
In der Weihnachtsgeschichte bekommen wir erzählt, dass Gott durch die Geburt Jesu zu allen Menschen gekommen ist. Er hat keinen Maßstab und kein Organigramm, welcher Mensch mehr oder weniger Beachtung findet. Reichtum, Macht, Gesundheit, gutes Aussehen sind nicht wichtig. Jesus wird in einem Stall geboren und verbringt seine ersten Tage dort. Als erwachsener Mensch geht er ganz bewusst zu den Schwachen, Ausgestoßenen, Kranken und Einsamen, um ihnen Hoffnung zuzusprechen. Diese Randgruppen der Gesellschaft sind ihm wichtig. In der heutigen Spaß-Gesellschaft werden solche Randgruppen nicht erwähnt, kommen nicht vor und werden nicht beachtet.
Manchmal werde ich gefragt, ob es noch Sinn macht, alle Jahre wieder von Freude, Trost und Frieden zu erzählen. Die Realität sieht doch ganz anders aus. Nie gab es mehr Kriegsschauplätze, mehr flüchtende Familien, mehr Umweltkatastrophen in der Welt.
Meiner Meinung nach sind es gerade die schwierigen Zeiten, in denen es nötig ist, die Weihnachtsgeschichte zu erzählen. Denn sie beinhaltet Hoffnung. Hoffnung auf ein friedliches und gleichberechtigtes Miteinander. Als Christinnen und Christen dürfen wir nicht aufhören, die Botschaft der Weihnachtsgeschichte weiterzugeben. Wir dürfen nicht aufhören, uns um die Nächsten zu kümmern, die unserer Hilfe bedürfen. Ohne Ansehen des Geschlechts, der Hautfarbe oder der Religion.
In dem aktuellen EKHN-Newsletter habe ich für mich ein sehr wichtiges Gebet gefunden, welches ich mit Ihnen teilen möchte:

„Gott, ich bitte dich um Zeit. Zeit für mich selbst, für meine Seele. Immer wieder nehme ich mir vor, mein Leben ruhiger zu gestalten. Und immer wieder erwische ich mich dabei, wie ich mich hetzen lasse. Und das, obwohl ich weiß, dass mir das nicht gut tut.
Gib mir Zeit für meine Familie, für meine Nächsten. Ich wünsche mir einen Advent, in dem Freude und Gelassenheit und nicht der Stress im Mittelpunkt stehen. Lass mich und die Menschen um mich herum auf ein friedliches und schönes Weihnachtsfest zugehen.
Gib auch denen Zeit, die nicht so viel Glück im Leben haben wie ich. Den Armen, Kranken und Obdachlosen, den Flüchtlingen, den Opfern von Gewalt und Vertreibungen.
Gib ihnen allen hilfsbereite Menschen an die Seite, die Zeit haben, um sie zu unterstützen.“

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Familien friedliche und erfüllte Weihnachtsfeiertage.
Ihre
Sylvia Bräuning
Ehrenamtliche Vorsitzende des
Ev. Dekanates Alsfeld
(Foto: Pixabay / Congerdesign, eingestellt von Traudi Schlitt)
23.12.2017
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