Notizen zu kirchlicher Public Relations

 Die hier veröffentlichen Artikel und Dokumente sind Beiträge zur Fachdiskussion über evangelische Öffentlichkeitsarbeit. Sie richten sich daher an ein Fachpublikum, vor allem ehrenamtliche und berufliche PR-Referenten, Redakteure und Pressesprecher.
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21.05.2017

Gott befohlen!

Wie Gott aus dem Alltag gedrängt wird

So etwas habe er noch nie gehört, meinte mein Freund verdattert am Telefon, und ob ich als Kirchenmensch ihm sagen könnte, mit was für einem Frömmling er es da wohl zu tun hatte, der sich von ihm gerade mit den Worten verabschiedete hatte: "Gott befohlen"?
"Gott befohlen", das klinge ja wie im Dschihad, das müsse wenigstens ein Fundamentalist sein - wenn nichts Schlimmeres.

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03.11.2016

Von Menschen und Respektspersonen

Aus der Blog-Reihe "Kirchen-Kommunikation" (Teil 9)

Die Rundmail aus der Verwaltung an die Kirchenvorstände war wie üblich adressiert: "Sehr geehrte/r Frau/Herr Pfarrer, sehr geehrte Damen und Herren," lautete die Anrede. Doch dieses Mal, mitten in den Vorbereitungen für all die Jubelfeiern zu 500 Jahren Reformation,  traf sie mit feinster Nadel ins protestantische Herz. Denn auch in der evangelischen Kirche ist es noch - warum auch immer - Sitte, in hierarchisch absteigender Reihe zu grüßen (anstatt mit dem "Geringsten meiner Brüder" zu beginnen): "Verehrter Herr Präses, hohe Synode"; "Sehr geehrter Herr Kirchenpräsident, sehr geehrter Herr Propst, verehrte Frau Dekanin, liebes Lieschen Müller".

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20.11.2015

Medienkritik geht nur öffentlich

Weniger Skandal als Alltag: kirchliche Einflussnahme auf Publizistik

Die Präses der EKD-Synode, Ex-Bundesministerin Irmgard Schwaetzer, soll dafür gesorgt haben, dass ein EKD- und Islam-kritischer Kommentar aus dem Angebot der evangelikalen Nachrichtenagentur "Idea" genommen wird. Das wäre ein ungeheuerlicher Vorgang - entspräche aber leider einer in den Kirchen weit verbreiten Arbeitstechnik. Gegen die Unterdrückung von Meinungsfreiheit hilft nur Öffentlichkeit. Jeder Versuch der Einflussnahme auf journalistische Berichterstattung oder Kommentierung muss öffentlich gemacht werden.

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17.11.2015

Facebook & Kirche - ein Update

Praxiserfahrungen aus der Facebooknutzung für Organisationen

Vor fünf Jahren war Facebook auch in der Öffentlichkeitsarbeit für viele noch erstaunlich fremd. Und schon damals konnte man prophezeien: bis alle relevanten  kirchlichen Kommunikationsstellen auf das Facebook-Pferd aufgesattelt haben, werden längst andere Vehikel angesagt sein. Und so ist es denn auch im Jahr 2015: Facebook ist zwar noch nicht tot, doch für die Kommunikation zwischen Kirchenverwaltungen und Mitgliedern bzw. innerhalb von kirchlichen Gruppen hat es heute schon kaum noch Bedeutung.Der Hauptgrund: die private Kommunikation, damals gerade von Schüler-VZ, Wer kennt wen und ICQ-Chtas nach Facebook gewandert, ist längst zu WhatsApp weitergezogen (und sucht natürlich fleißig nach anderen, besseren Plattformen). Facebook ist als offene Kommunikationsplattform angelegt:

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04.10.2015

Hauptamt dankt Ehrenamt

Blog-Reihe "Kirchen-Kommunikation", Teil 8

Loben und häufiger Danke sagen, das gehört zu guter Führung, wie in jedem Ratgeberbuch nachzulesen ist. Das soll in Zeiten durchgestylten Managements natürlich auch für Kirchens gelten. Nur: passt das überhaupt? Und wer sollte wem wofür danken?

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19.09.2015

Gern genutzt, aber noch nicht gern gesehen

Zwischenbilanz zum Live-Blogging aus der Landessynode

Das erste Live-Blogging von einer Kirchensynode der EKHN im November 2012 war eine echte Innovation - und auch die folgenden Reportereinsätze blieben Feldforschung: Es war ein Trial and Error mit Themen, Stilformen und Tonlagen, mit User-Interaktionen, mit Provokationen und Kommentaren. Die persönliche Zwischenbilanz nach weit über 100 Stunden Live-Blogging: es ist gut und kirchenpolitisch enorm wichtig, aber auch derbe anstrengend und für Journalisten wenig attraktiv.

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25.03.2015

Chef-Inflation

Blog-Reihe "Kirchen-Kommunikation", Teil 7

Journalisten sind gerne mal salopp - die Vereinfachung ist eines ihrer Handwerkszeuge. Auch komplizierte Vorgänge müssen in eine 30 Zeilen Meldung gebracht werden. Eine zur Marotte gewordene Standardvereinfachung ist, jeden Menschen zum "Chef" zu machen, dem man irgendwie Bedeutung beimessen möchte (was für Journalisten immer notwendig ist, wollen sie über diese Person berichten): Natürlich hat jede Organisation ihren Chef (vom Rot-Kreuz.-Chef bis zum Chef der OPEC), aber auch jede Abteilung (Rathauschef, Pressechef; Verwaltungschef und ein Bordchef in jedem Zug)
Soll das Chefsein besonders betont werden, ist es quasi die Hauptaufgabe eines Chefs, Chef zu sein, dann wird die Bezeichnung nach vorne gestellt: Chefredakteur, Chefkoch, Chefarzt (mit Chefarztvisite), und soll es etwas negativer klingen, wird "Chef" durch "Boss" ersetzt: dann treten in den Medien Gewerkschaftsbosse gegen Industriebosse an.

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19.11.2014

FAQ zur Live-Berichterstattung von der Kirchensynode

Seit 2012 bloggt der Redakteur von Alsfeld-evangelisch.de von den Tagungen der Kirchensynode - soweit möglich. Dazu gab es immer wieder Fragen und Statemets - die hier gesammelt und beantwortet werden. Keine der folgenden Frage, kein Statement ist ausgedacht - sie sind alle so (zum Teil sehr häufig) vorgebracht worden:

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10.11.2014

dünnhäutig

Blog-Reihe "Kirchen-Kommunikation", Teil 6

Die sog. Massenkommunikation zwischen einem Nachrichtenmedium und vielen Rezipienten (Lesern, Zuschauern, Hörern) treibt seit Anbeginn ulkige Blüten. Denn viel, viel einfacher als im unmittelbaren Gespräch kann hier, wer mag, hinter jedem Satz einen Affront sehen. Zeugnis davon geben unter anderem empörte Leserbriefe. Aber auch Briefe bieten gehörig Potential für Empörung - wenn der Empfänger nur dünnhäutig genug ist. Einige Beispiele aus der Reklamationsabteilung des Referat Ö:

Geradezu klassisch der Protest eines Pfarrers, zu dem folgender Satz in einem Newsletter führte: "Gerade in unserer ländlichen Region ist [Massentierhaltung] bisher kaum Kirchenthema." Dies sei eine unzumutbare Verallgemeinerung.

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27.07.2014

Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit?

Lappalie oder Ressortbeschreibung - ein Wort sagt viel

Es mag Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit geben. In einem kleinen Verein, einer Selbsthilfegruppe, in der Schülervertretung. Es mag sie auch in der Kirche geben: im Kirchenvorstand oder im Mitarbeiterkreis. Überall dort, wo die Aufgabe eben nicht von einem Fachmann wahrgenommen wird, sondern von irgendwem, der damit beauftragt wird. (vgl. Fußnote [2] in "Zur Freiheit der evangelischen Publizistik auf Dekanatsebene")

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