Treffende Korrektheiten

Blog-Reihe "Kirchen-Kommunikation"

Interessant, wie selbst brave Fakten manch Kirchenmann die Zornesröte ins Gesicht treiben. Da reicht es mitunter schon, an passender Stelle vor einen Namen "Pfarrer" oder "Pfarrerin" zu schreiben. Auch die korrekte Bezeichnung eines "Oberkirchenrats" als solchen kann herrlich Durcheinander bringen. Aus dem "weltlichen Kontext" kennt das jeder: an der "richtigen" Stelle den "Doktor" betont... Unvergessen Gerhard Schröders "Professor aus Heidelberg".
Der Grund ist einfach: so stolz man seinen "Titel" trägt, so sehr ahnt mancher doch, dass er im konkreten Zusammenhang die Öffentlichkeit zu irritieren vermag. Ein Pfarrer ist jemand, der Gottesdienste hält, Konfirmandenunterricht gibt, Krankenbesuche macht. Taucht die Berufsbezeichnung nun im Zusammenhang mit profanen Dingen wie Standesvertretung, Haushaltsdiskussionen oder Kündigungen auf, entsteht mitunter recht nett das, was Satiriker "Fallhöhe" nennen.

Der "Oberkirchenrat" mag intern Eindruck schinden, in der Öffentlichkeit, jeder ahnt es, betont er das Behördliche; es klingt nach Oberlehrer oder Amtsarzt.

Die Besoldungsstufen anzeigende Nomenklatur sollte Kirche ersatzlos streichen. PR-mäßig ist damit kein Blumentopf zu gewinnen.

Bei den Pfarrern hingegen ist es mit ein wenig Sprachpflege nicht getan. Hier ist dringend zu klären, welche Tätigkeiten diesem Beruf und dieser Berufung angemessen sind - und welche so weit davon entfernt sind, dass man, wenn sie schon verrichtend, die Bezeichnung "Pfarrer" ablegen sollte. Etwa - vor dem Hintergrund eines langen persönlichen Gesprächs dazu sei diese Konkretion erlaubt - als "Personaldezernent".

14.12.2013