Fragen, recherchieren, informieren, beraten

Was macht ein Referent für Öffentlichkeitsarbeit den ganzen Tag so?

Die Aufgaben für regionale Öffentlichkeitsarbeiter werden in den individuellen Dienstanweisungen festgelegt. Für das Dekanat Alsfeld existiert  darüber hinaus eine umfangreiche Konzeption der Öffentlichkeitsarbeit (pdf), aus der sich auch die Aufgaben für den beruflichen Mitarbeiter ergeben. Da es aber immer mal wieder Fragen gibt, wie denn die reale Arbeitszeit aussieht ("Was macht so ein Referent eigentlich den ganzen Tag?"), nachfolgend ein erster Einblick.
Als eigentlich notwendige Zeitbudgets für Basisarbeiten war im Jahresbericht 2011 angegeben:
  • Täglich 2 Stunden Informationen lesen und verarbeiten/ verbreiten (Zeitungen, Magazine, Newsletter, E-Mail, Post, Pressemitteilungen, direkte Weitergabe an einzelne, in Sozialen Netzwerken, redaktionelle Betreuung unserer Website etc.) (absolutes Minimum: 5 Tage á 2 Stunden = 10 Stunden)
  • täglich 0,5 Stunden direkte Kommunikation: Telefon, Mail, Face-to-Face (5 x 0,5 = 2,5)
  • wöchentlich Pressespiegel, Fotoarchiv, Belegversand, Auf ein Wort, etc. 2 Stunden


Damit wären bereits 15 der verfügbaren 20 Stunden (halbe Stelle) verbraucht. Dabei warten noch eine ganze Reihe verschiedener Aufgaben, z.B.

  • technische Betreuung der Homepage (inkl. kompletter Relaunch)
  • Sitzungen, Abendveranstaltungen, sonstige Termine, ggf. mit nachfolgend zu erledigender Berichterstattung
  • Schulungen und Fortbildungen
  • Gemeindebriefbeilagen
  • Auftrags-Recherchen (z.B. für DSV, Ausschüsse)
  • Themen oder Kampagnen bearbeiten (z.B. "Nachhaltigkeit")
  • größere Artikel schreiben (z.B. zu Themen der Kirchensynode), Interviews führen, Themen aufarbeiten
  • Flyer oder Broschüren erstellen, Plakate gestalten
  • Fachthemen der Öffentlichkeitsarbeit und evangelischen Publizistik
  • Unterstützung bei landesweiten Kirchenkampagnen

So entfällt nur ein Teil der Arbeitszeit auf Präsenz im Dekanatsbüro. Vieles sind Begegnungen bei Veranstaltungen und in Gemeinden des Dekanats, der kontinuierliche Informationsfluss wird ortsunabhängig sichergestellt (also auch vom Home Office oder von unterwegs).

Dabei gibt es Einzelaufgaben, die durchaus sehr umfangreich sein können, wie die Neukonzeption und Erstellung der Website, ein kleines Experiment und Forschungsprojekt zur Akzeptanz der evangelischen Zeitschrift Chrismon und der Evangelischen Sonntagszeitung bei Konfirmandeneltern, die Berichterstattung zur Kirchensynode (mit Einarbeitung, Vorberichterstattung, Live-Blogging von der Synode und Nachberichten ca. 80 Stunden) oder auch ein Ereignis wie die Berichterstattung über eine unglückliche Personalentscheidung in einem Kindergarten, in deren Folge Dutzende Stunden an Kommunikationsarbeit angefallen sind.

Daraus ergeben sich zum einen latent einige unvergütete Stunden Mehrarbeit (Im Jahr 2010:  191 Überstunden, im Jahr 2011 weitere 237 Stunden, 2013: 142 Stunden .- wobei die Vorgabe des Präses ist, weniger Mehrarbeitsstunden auflaufen zu lassen), zum anderen muss gelegentlich bei den "Basisarbeiten" gekürzt werden: dann bleiben auch mal Zeitschriften ungelesen, auf Facebook wird einige Tage lang nichts gepostet etc. Dies wäre vermutlich auch bei einer vollen Stelle nicht grundlegend anders, da es an guten Ideen und interessanten Anfragen wahrlich nicht mangelt. 

Wer sich ein genaueres Bild verschaffen will, kann die Stundenzettel im Büro der Öffentlichkeitsarbeit einsehen.

30.10.2013