Berichterstattung von der nächsten Kirchensynode

Zu den Aufgaben evangelischer Öffentlichkeitsarbeit in der Region

Die nächste Tagung unseres Kirchenparlaments (Kirchensynode der EKHN) werde ich wieder als Berichterstatter besuchen - das Geschehen also von der Zuschauertribüne im Frankfurter Dominikaner Kloster aus verfolgen, Ereignisse notieren und kommentieren, und ggf. den ein oder anderen Synodalen oder sonstigen Akteur kurz befragen, um Interessierte im Evangelischen Dekanat Alsfeld auf diese Weise an den Beratungen teilhaben zu lassen.

 

Das ist ein journalistischer Job, wie ihm genauso der freie Mitarbeiter einer Lokalzeitung beim Besuch einer Stadtverordnetenversammlung nachgeht, ebenso der politische Korrespondent einer überregionalen Tageszeitung oder eines Rundfunksenders bei der Beobachtung einer Plenartagung im Deutschen Bundestag.

Da es in den vergangenen Jahren vereinzelt - wirklich nur vereinzelt! - Fragen zu dieser Arbeit gab, möchte ich sie nochmal kurz erläutern.

Wir Öffentlichkeitsreferenten sind bei Dekanaten angestellt. Wir sollen Informationen innerhalb unserer Arbeitsregion transportieren und auch auf das aufmerksam machen, was außerhalb der Dekanatsgrenzen geschieht, soweit dies für unser geographisches Arbeitsgebiet relevant erscheint. Und ebenso haben wir für überregionale Öffentlichkeit zu sorgen für die Anliegen aus unseren Dekanaten, die eben dieser Öffentlichkeit bedürfen.

Für die Kirchensynode, die zwei Mal im Jahr tagt und die alle Gesetze unserer (Landes-) Kirche beschließt, bedeutet dies:

  • - Wir berichten, was wir sehen und erleben, unter dem Blickwinkel des Dekanats (also: Was bedeutet dies für unsere Region, für die kirchliche Arbeit in unserem Gebiet).
  • - Wir stellen Fragen, wo etwas unklar ist; da wir nur Beobachter und nicht Teilnehmer der Verhandlungen sind, geschieht dies meist publizistisch: wir führen also Interviews mit Kirchensynodalen oder anderen Fachleuten, wir stellen aber auch Fragen offen in den Raum (und laden zur Diskussion ein, zur Meinungsäußerung und Meinungsbildung).
  • - Wir haben zu berichten, wie es um die Anliegen unserer Dekanate in der Kirchensynode bestellt ist: wie wird darüber debattiert, welche Argumente werden genannt, was geschieht mit Anträgen, Anregungen, Redebeiträgen etc. So sollen sich die interessierten Gemeindegleider selbst ein Bild machen können von den Entscheidungsprozessen in ihrer Kirche.
  • - Da jede Information einer Einordnung bedarf, kommentieren wir. Die Heruasforderung, die an jeden Kommentar - sei es die Rezension eines Klavierkonzerts oder die Besprechung eines neu erschienenen Buches - gestellt wird, ist Nachvollziehbarkeit: denn die Meinung eines Einzelnen ist recht uninteressant, relevant wird sie nur dadurch, dass ihre Begründung deutlich wird. Wenn der Kirchenpräsident etwas sagt, ist es nicht per se spannend oder richtig, aber möglicherweise dadurch, dass er es theologisch begründet oder auf Stellungnahmen aus den Gemeinden unserer Kirche verweist, die wir noch gar nicht kannten.
  • - Wie bei jeder "repräsentativen Entscheidungsform", bei der also nicht alle Mitglieder / Angehörigen / Wahlberechtigten entscheiden, sondern nur von ihnen benannte Repräsentanten, ist Transparenz herzustellen die wichtigste Aufgabe der Öffentlichkeitsarbeit. Entscheidungen müssen nachvollziehbar sein, und die abstimmenden Repräsentanten müssen ihre Entscheidungen bzw. Voten vor denen, die sie mandatiert haben, vertreten .
  • - So wie die Abgeordneten aus den Dekanaten (Synodale) völlig frei in ihren Redebeiträgen und Abstimmugen sind, weil anders keine Diskussionen und damit Entwicklungen von Meinungen möglich wären (ein jeder würde ja auf dem beharren, was er schon vorher gemeint hat, - damit würde jedes Gespräch überflüssig), so sind auch die Berichterstatter frei darin, sich eine Meinung zu bilden; sie müssen nur den Prozess der Meinungsbildung transparent machen, damit es für ihre Leser, Zuschauer oder Hörer nachvollziehbar ist. Dabei geht es nicht um richtig oder falsch.
  • - Kirchliche Öffentlichkeitsreferenten haben also weder per se zu jubeln, wenn Positionen, die ihre Dekanatssynode mit Mehrheit beschlossen hat, "durchkommen", noch  zu klagen, wenn dies nicht gelingt. Sie müssen den Diskussionsprozess transparent machen, damit sich die nicht direkt vor Ort anwesenden Kirchenmitglieder aus ihrer Region selbst eine Meinung bilne können.
  • - Diesen Weg beschreitet die EKHN vorbildlich. So hat sie neu zur kommenden Kirchensynodaltagung alle Unterlagen, die sonst nur an die Mitglieder ("Parlamentarier") verschickt werden, im Internet zugänglich gemacht.
  • - Als Referent für Öffentlichkeitsarbeit im Dekant Alsfeld werde ich mich daher bemühen, Ihnen die kommmende Tagung des Kirchenparlaments nahe zu bringen. Bei den Themen, die ich aufbereite, muss ich zwangsläufig selektieren. Es geht nicht um Vollständigkeit, sondern um das, was für unsere Region "Nachrichtenwert" hat.


Vor Beginn der nächsten Synodaltagung am Buß- und Bettag werde ich Ihnen, wenn ich mich durch die Menge an Unterlagen durchgearbeitet habe, eine nÜberblick geben, welche für uns relevanten Themen zur Verhandlung und ggf. Beschlussfassung anstehen. Die neue Pfarrstellenbemessung wird dazugehören, Veränderungen in den Wahlordnungen für Gemeinden und Dekanate, und die Lebensordnung.

Für Ihre Fragen und Wünsche habe ich dabei jederzeit ein offenes Ohr.

05.11.2012