Update: Nach der großen Flut

Indien-Referent der EKHN berichtet über Lage in Kerala/Hohe Spenden

Der Monsun hat gewütet in dieser Saison. Ganze Landstriche in Kerala standen hüfthoch unter Wasser - an vielen Orten auch Hausdach-hoch. Darüber haben uns unsere Schwestern und Brüder in Kerala in den vergangenen Wochen in Mails und über die sogenannten "sozialen Medien" berichtet. Wie ist die Lage nun? Darüber hat der Indien-Referent der EKHN, Pfr. Johny Thonipara, mit Bischof Dr. K.G. Daniel gesprochen. - Und unerwartet hoch sind die innerhalb von zwei Wochen eingegangenen Spenden und Kollekten in Oberhessen. Sie zeigen deutlich: Unsere Partnerschaft lebt. Die Menschen in Oberhessen und unsere Kirchengemeinden nehmen Anteil an den Partnerinnen und Partnern im Süden Indiens.

Das Wasser sei weitgehend zurückgegangen und abgeflossen, erfährt Thonipara vom Bischof der südindischen Diözese. Doch die Lage ist weiterhin katastrophal: Häuser sind mit Schlamm un Abfällen verschmutzt. Ratten und auch Schlangen werden überall gesichtet. Sauberes Trinkwasser fehlt. Infektionskrankheiten breiten sich aus. Erdrutsche haben nicht nur die Ernte, sondern ganze landwirtschaftliche Flächen vernichtet. Menschen benötigen neue Grundstücke, um sich ein Dach über dem Kopf schaffen zu können.
Bereits zur großen Flut hat die Diözese "medical camps" zur Notversorgung errichtet. Während die Maßnahmen zur Ersthilfe auslaufen, gilt es nun, die Infektionskrankheiten in ihrer Ausbreitung zu vermindern. Daneben werden momentan die Schäden gesichtet, um geeigente Maßnahmen zu planen. Dabei erhält die Diözese auch planerische Unterstützung der CSI, der Church of South India.
Die keralesische Regierung beziffert die Monsun-Schäden mit 6 Millliarden Euro. Der Wiederaufbau sei sehr schwierig, da die Infrastruktur sehr stark beschädigt ist. Etwa 80.000 Kilometer Straßen wurden zerstört oder beschädigt. Jedem Minister in der Regierung Keralas sei ein Distrikt zugewiesen, um den Wiederaufbau zu organisieren.
Die Mittel einer kleinen christlichen Diözese sind da sehr beschränkt. Bischof Daniel beabsichtigt, zuerst die Gemeinschaftseinrichtungen wieder instand zu setzen: Schulen, Kindergärten, natürlich auch die Kirchen. Denn die Menschen brauchen Orte für den Zusammenhalt. Dann sollen Wohnhäuser, soweit sie noch zu retten sind, wieder repariert werden. Erst im dritten Schritt will die Diözese Einzelfallhilfe leisten: hier sieht sie vor allem den Staat in der Pflicht.
Die stolze Summe von 35.000 Euro konnte das Dekanat Alsfeld Anfang September 2018 für die Soforthilfe der Partnerdiözese anweisen. 15.000 Euro davon hatte die Landeskirche aus "Ökumenemitteln bei Naturkatastrophen in den Partnerkirchen" bereitgestellt. 10.000 Euro wurden einer Kollektenrücklage der Partnerdekanate Büdinger Land, Vogelsberg und Alsfeld entnommen. Weitere 10.000 Euro gingen an spontanen Kollekten und Privatspenden ein.
Momentan steht der Gesamtspendenstand bei etwa 41.000 Euro, weitere Spenden sind angekündigt. "Überweisungen nach Kerala dauern manchmal zwei bis vier Wochen", so der Alsfelder Ökumenereferent Ralf Müller. "Deswegen hat der Partnerschaftsausschuss beschlossen, die Gesamtspendensumme zu einem Stichtag nach Indien zu transferieren, um unsere Partnerdiözese möglichst rasch finanziell zu entlasten." Zugleich sei Bischof Dr. Daniel aber angekündigt worden, dass im Oktober 2018 ein "Nachschlag" mit den bis dahin zusätzlich eingegangen Spenden und Kollekten angewiesen wird: nach heutigem Stand bereits über 6.000 Euro. Alle Spenden, wurde der Diözese mitgeiteilt, dürfen ausschließlich für die Monsun-Soforthilfe sowie den Wiederaufbau verwendet werden.
Die Diözese East Kerala wird dem Partnerschaftsausschuss bis November eine Aufstellung der Schäden vorlegen sowie ihren Plan, sich am Wiederaufbau zu beteiligen. Wir werden dann beratschlagen, wie wir die Diözese dabei weiter unterstützen können.

Spendenkonto:
Evangelische Regionalverwaltung Oberhessen
IBAN: DE92 5185 0079 0304 0079 58
Verwendungszweck: Kerala Monsun-Hilfe

Ihre Spende kommt an. Vielen Dank!

11.09.2018