Jugendfreizeit in Osttirol

Mit Kindern und Jugendlichen unterwegs in den Alpen


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Die diesjährige Jugendfreizeit führte erneut 20 Teilnehmer zwischen 13 und 61 Jahren zum Wandern in die Berge. An- und Abreise verliefen per Bahn und plangemäß, lediglich ein Auto mit Gepäck und Verpflegung musste zusätzlich nach Lienz fahren, um vor Ort mobil zu sein.
Die Schihütte, gelegen in einem malerischen Idyll in 2000 m Höhe, gehört einem dortigen Sportverein und wird der Kirchengemeinde jedes Jahr exklusiv zur Verfügung gestellt. Neben einer gastronomiefähigen Küche bietet sie sanitäre Einrichtungen auf neuestem Stand sowie zwei Räume mit Matratzenlagern und ein Zimmer mit Stockbetten; dazu einen großen, gemütlichen Aufenthaltsraum zum Essen, Spielen und Lesen.

 

Das Wetter bestimmte letztendlich die verschiedenen Aktionen, die unternommen wurden. So erkundete man zunächst die nähere Umgebung (Besteigung des Hausbergs Thulnkogel, oberhalb der Hütte), um sich an Höhe und Wanderschuhe zu gewöhnen. Zweimal wurde der Tristacher Waldsee, der ideale Bedingungen zum Entspannen und Toben an und im Wasser bietet, besucht. Erleichtert wurden diese Touren durch einen vor Ort zu günstigen Konditionen mietbaren Kleinbus, der ebenfalls dem Sportverein gehört und die Logistik wesentlich erleichterte.
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Verbunden mit den Ausflügen zum See waren Besuch und Bummel in Lienz, der nächsten größeren Stadt. Hier konnten die üblichen Schandtaten (H&M, McDonalds etc.) begangen und Eis gegessen werden. Glücklicherweise fand gleich am ersten Wochenende das Lienzer Straßenfestival statt, sodass verschiedenste Vorführungen – Theater, Tanz, Akrobatik und Musik – bewundert werden konnten.

Die größte Wanderung war eine Tour zum fast 3000 m hohen Rotstein. Günstigerweise liegt auf dem Weg dorthin eine bewirtschaftete Hütte, die „Huber Kaser“, deren Qualitäten bekannt und erprobt sind. Auch hier wurde insgesamt zweimal eingekehrt und kräftig geknödelt und almgedudelt. Teilnehmer, die nicht die ganze Wanderung auf sich nehmen wollten, konnten hier ausruhen und auf die Gipfelstürmer warten bzw. schon kehrtmachen und als Gruppe langsam nach Hause spazieren; diese Möglichkeit wurde bei allen Touren gegeben und auch in Anspruch genommen.
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Eine weitere wunderschöne, nicht ganz so lange Tour, war der Weg zum Sichelsee, einem Gewässer, das dem Gletscher entspringt und die müden Füße mit eiskaltem Wasser erfreute.

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Neben bisweilen suchtverdächtigem Kartenspiel beschäftigte sich die Gruppe mehrfach auch auf dem Platz neben der Hütte mit gemeinsamem Fuß- und Völkerballspiel, wobei so manches Talent offenbar wurde. Für abendliche Müdigkeit und sich selbst ergebende Nachtruhe war also gesorgt. Vorher wurde jedoch stets zur Gitarre gesungen, die Aktivitäten reflektiert und eine besinnliche Runde geschaffen.

Besondere Atmosphäre bot auch das vielfach im Freien durchführbare Panorama-Frühstück auf der Sonnenterasse der Hütte (die Fotos können die Aussicht nur erahnen lassen).
    
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Zudem gab es einen Geburtstag zu feiern, für den sich ein Hüttentag bei Dauerregen perfekt anbot. Neben einem Geburtstagskuchen kam ein großes Festessen mit Pfannekuchen-Wraps zustande.

Die Gruppe machte ihre Sache insgesamt sehr gut; kleinere Streitereien konnten stets beigelegt werden und in der Küche – beim Abwasch und gemeinsamen Kochen – packten alle kräftig mit an, lernten mitunter sogar praktische Dinge des täglichen Bedarfs. Mit der Verköstigung schienen die Teilnehmer in der Regel zufrieden zu sein; die nötige Tagesenergie lieferte einmal mehr das Kabagetränk aus frischer Milch (Gesamtverbrauch: 180 Liter – Rekord!). Die Freizeit wird voraussichtlich im nächsten Jahr wieder angeboten, im Anschluss an die Kinderbibelwoche im Juli.

David Bernbeck