Kirche Getürms

Auf einem kleinen Basalthügel (313m ü. NN) zwischen den Alsfelder Stadtteilen Angenrod und Billertshausen liegt deren gemeinsame Kirche „Getürms“.

Getürms Seitenansicht
Der Name dieses Hügels, der 1339 mit Geduren, 1499 mit Gedorne, 1572 mit Gedörne überliefert und mit dem mittelhochdeutschen Wort „dorn“ = Dornbusch zu erklären ist, wurde durch den  Geistlichen Johann  Möller um das Jahr 1820 in Gethürms umgedeutet.

Zum Kirchspiel dieser Bergkirche gehören auch die Dörfer Heimertshausen und Zell sowie die evangelischen Christen aus Ohmes und Seibelsdorf. Trotz aller administrativer und kirchlicher Reformen hat sich dieses Kirchspiel aus dem Mittelalter bis heute so erhalten und kann somit auf eine reiche und lange Geschichte zurückblicken.

Die Gründung einer Kirche auf dem Getürms ist alter Besitz des Klosters Fulda und vermutlich auf die Missionierung durch Bonifatius zurückzuführen. Sie dürfte ein wichtiger Mittelpunkt der Missionierungsarbeit  auf der  Strecke zwischen Amöneburg und Fulda gewesen sein.
Bereits 1527 wurde das Kirchspiel lutherisch.


Der wohl aus dem frühen Mittelalter stammende, aber in Bauart, Stil, Material und Größe unbekannte Vorgängerbau des heutigen Gotteshauses wurde 1702 abgebrochen. Nur der etwa 20 m hohe alte Westturm mit vermauerten Schalöffnungen aus dem 13. und 14. Jahrhundert blieb stehen.
Beim 1703 vollendeten Neubau an dem mittelalterlichen Turm wurden ältere Bauteile verwendet.
Wahrscheinlich hat man das Kirchenschiff unter Verwendung alter Mauerreste neu angebaut. Aus spätgotischer Zeit stammt die Sakramentsnische.
Das Schiff, ein Saalbau mit dreiseitigem Schluss im Chor, ist durchgehend von einer verputzten Holztonne  überwölbt.

Die zweigeschossigen und zweiseitigen Emporen sind mit Brüstungsmalereien  versehen. Die Grundausstattung der Kirche ist barock.
Ende der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts wurden im Innern der Kirche grundlegende Veränderungen vorgenommen, denen die „Adelsempore“ wie auch die prächtige Orgel im Altarraum sowie die Ehrentafel für die Kriegsgefallenen an der Südwand der Kirche zum Opfer fielen.


Bis zum Bau eigener Schulgebäude in beiden Dörfern nach 1880 stand auch die Schule für Angenrod und Billertshausen in direkter Nachbarschaft der Kirche.

Die Getürmser Lehrer waren verpflichtet den Glöcknerdienst zu versehen und bei den Gottesdiensten als Vorsänger oder Kantoren das herkömmliche Singen zu führen sowie nach Aufstellen einer Orgel auch den Organistendienst zu versehen.

Die jüngste Renovierung datiert ins Jahr 1998. Dabei entstand auch der jetzige Taufstein.

Getürms Eingang

Eingang Getürms mit Friedhof


Mose - brennender Dornbusch

Wand-Schrift


Altarraum

Altarraum


Sicht auf Orgel und Täfelung

Blick zu Empore und Orgel mit Vertäfelung


Alrarkreuz

Altarkreuz