Zeller Dorfteich wird zum tosenden Mittelmeer


Erfolgreiche Kinderbibelwoche zur Geschichte von Jona im und am DGH Zell

Im Jahr 2018 einer Gruppe von sechzig Kindern die Geschichte eines Propheten zu vermitteln, ist keine leichte Aufgabe; schon gar nicht, wenn noch dazu dieser Prophet selbst Gott nicht so recht verstehen will – oder eben doch?! In dieser Perspektive verfolgten die Kinder das musikalische Schauspiel um den „Helden“ Jona, gespielt von Philipp Roth. Zunächst entschlüsselten die Kinder die Aufgabe eines Propheten: Botschaften Gottes zu überbringen.
  KIBIWO 2018-2Doch obwohl Jona diese Botschaft durchaus empfängt, will er sie nicht verstehen und überbringen. Denn, typisch prophetisch, die Botschaft ist eine unangenehme: Die Lebensführung der Menschen in der damaligen Großstadt Ninive sei derart entsetzlich, dass ihr der Untergang zu verkündigen sei. Eine Aufgabe also, mit der sich Jona sicher nicht beliebt machen wird. Schnell steht sein Entschluss, vor dem Auftrag zu fliehen und sich der Verantwortung zu entziehen. Das Ziel: das damalige Ende der Welt, Tarsis in Spanien – einmal quer über das Mittelmeer. Doch dorthin soll er es nicht schaffen. Auf hoher See schmeißt ihn die Besatzung des Frachters über Bord, nachdem klar ist, dass er mit seiner Flucht den Zorn Gottes auf sich gezogen hat. Als er zu ertrinken droht, legt sich der Sturm und ein Wal rettet ihn, indem er ihn verschluckt und drei Tage später unversehrt wieder an Land spuckt.
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Jona geht über Bord und wird vom Wal verschluckt.


In dieser Zeit besinnt sich Jona und macht sich nach seiner Rettung ohne Umschweife auf den Weg nach Ninive, seine nahezu aussichtslose Aufgabe auszuführen. Nun, voller Vertrauen anstelle von Furcht, beginnt er alleine gegen den unsäglichen Lebensstil der Niniviten zu reden. Es ereignet sich ein Wunder, denn ohne großen Widerspruch sehen die Menschen ein, dass Jona Recht hat und sie beginnen trotz der Ankündigung des nahenden Untergangs, ihr Verhalten zu ändern. Zufrieden zieht sich Jona zurück und will aus der Ferne den Untergang der sündigen Stadt betrachten – doch nichts geschieht. Voller Unverständnis für Gottes Gnade vergisst Jona seine eigenen Fehltritte und versteht Gott abermals nicht. Nur langsam wird ihm schließlich klar, dass er sich einfach mit Ninive freuen kann.KIBIWO 2018-3
 
Frühstückspause im Hof

Dieses Freudenfest wurde zum Abschlusspunkt der Kinderbibelwoche. In zusammengefasster Form wurde die Geschichte erneut vorgetragen, gemeinsam gesungen, gespielt und gegessen sowie die Bastelergebnisse bestaunt. Als Projekte gab es hier Fische, Schiffe und kleinere Arbeiten zu bestaunen, besonders gelungen war auch die von einigen Kindern bemalte Stadtkulisse von Ninive, die im Bühnenstück eingesetzt wurde.

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An der Werkbank: Schiffsbau

Neben den versteckten Aussagen der Geschichte über Gott und die Menschen wurden im Maße des Möglichen auch die unübersehbaren Parallelen zum heutigen Fluchtgeschehen im Mittelmeer gezogen und verbesserungswürdige Aktualitäten im alltäglichen Leben aufgezeigt.   

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 Die Musikgruppe: Schlagzeug, Klavier, Gitarre, Gesang, Trompete, Kontrabass, Geige.

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Zwei erfahrene Geschichtenerzähler helfen beim Zusammenfassen