Verabschiedung Henner Eurich

Sonntag, 22. Januar 2017 in Altenburg

Verabschiedung von Pfarrer Henner Eurich

Am Sonntag, dem 22. Januar war es soweit. Pfarrer Henner Eurich wurde nach 15 Jahren Wirken als Pfarrer in Eifa und Altenburg verabschiedet.

In der voll besetzten Altenburger Schlosskirche fand der gemeinsame Festgottesdienst statt, der entsprechend dem besonderen Anlass auch musikalisch reichhaltig ausgestaltet war.

Unter dem Vorspiel unserer beiden Posaunenchöre zogen Pfarrer, Dekan und die Kirchenvorsteher in die Kirche ein. Altenburgs KV-Vorsitzende Silke Bücking-Blankenburg begrüßte die anwesenden Gäste und Gemeindeglieder.


Pfarrer Henner Eurich erläuterte in seiner Predigt, aber auch mit persönlichen Worten die Beweggründe seines Pfarrstellenwechsels. „Ich verabschiede mich nicht, weil es mir bei Ihnen nicht gefällt. Sondern ich verabschiede mich von Ihnen, weil ich nach 15 Jahren jetzt mal nur noch mit halber Kraft Pfarrer sein will.“ Mit einer zukünftig halben Pfarrstelle im Kirchspiel Heidelbach-Leusel-Schwabenrod möchte er wieder mehr Zeit für seine Familie und seine große Leidenschaft, die Musik, haben.

Nach einer musikalischen Einlage des Kirchenchores Eifa nahm Bernd Feldpusch vom Eifaer KV den Pfarrer ins Kreuzverhör, so wie man es von Eurichs modernen Moment-Mal-Gottesdiensten kennt. Hier konnte er nochmal einige Gedanken aus seiner Zeit als Pfarrer ansprechen.

Nachdem die „Jungen Vokalisten“ aus Altenburg zwei Lieder von der Kirchen-Empore gesungen hatten, übernahm Dekan Dr. Jürgen Sauer das Wort. In seiner Kurzansprache bestätigte er Pfarrer Eurich, mit einem breiten Spektrum an Ideen neuen Schwung in die Gemeinden gebracht zu haben.

Im Anschluss entpflichtete er den Pfarrer von seinem Amt zum 31.Januar 2017.

Nach seinem Segen und einigen Worten an die Gemeinden hörte man noch die Gitarrengruppe aus Eifa mit gesanglicher Begleitung.

Ein gemeinschaftlich gesungenes „Sei behütet auf deinen Wegen“ erklang zum Abschluss unter Begleitung der Posaunenchöre.

Alle Anwesenden waren dann herzlich eingeladen zum anschließenden Empfang im Altenburger Gemeindehaus.

Viele Gäste und Gemeindeglieder machten sich dann auf den Weg ins Gemeindehaus. So füllte es sich in kurzer Zeit bis auf den letzten Platz. Selbst die Stehplätze waren alle belegt. Aber das Altenburger Organisations-Team hatte auch diesen Andrang im Griff.

Eifas KV-Vorsitzender Dieter Kratz hatte hier beim zweiten Teil der Verabschiedung die Moderation übernommen. Er konnte im vollbesetzten Haus einige Gäste aus Kirche und Politik begrüßen. Bei Kaffee und Kuchen und auch danach konnten dann Grußworte überbracht und Abschiedsgeschenke überreicht werden.

Den Reigen eröffnete Dr. Berthold Riedesel, Freiherr zu Eisenbach, als Patronatsherr. Ihm folgte Bürgermeister Stephan Paule, der auch persönliche Gedanken einfließen ließ, hatte er doch früher in Altenburg im Chor mitgesungen. Ortsvorsteher Ralf Kruse bereicherte seine Grußrede auch mit eigenen Erfahrungen aus der Konfirmandeneltern-Zeit. Ortsvorsteher Rainer Feldpusch aus Eifa hatte bei seinem Präsent an die kulinarischen Vorlieben von Eurich gedacht.

Anwesend waren neben unserem Dekan Dr. Jürgen Sauer auch Pfarrer Stefan Wagener aus der „kurhessisch-waldeckschen“ Nachbarschaft (Lingelbach-Berfa-Hattendorf), sowie der Alsfelder katholische Dekan Jerzy Dmytruk. Auch die ehemaligen Ortsvorsteher Heinz Heilbronn und Rainer Eckstein hatten es sich nicht nehmen lassen, der Abschiedszeremonie beizuwohnen.

Aufgelockert wurde die Veranstaltung durch musikalische Beiträge vom „Chor Kunterbunt“ aus Eifa, dem Chor „Voice Factory“ aus Altenburg, sowie der „Moment-Mal-Band“ mit und ohne Henner Eurich.

Bernd Feldpusch aus Eifa hatte bei seinen Abschiedsworten der Kirchenvorstände anfangs die Lacher auf seiner Seite, als er feststellte: „Persönlichkeiten gehen von Bord. Am Freitag hat Obama das Weiße Haus verlassen. Und jetzt gehst du, lieber Henner, in eine andere Gemeinde am Fuße der Schwalm.“ Danach wurde es aber nachdenklich, fast wehmütig, als er das Wirken Eurichs zusammenfasste: „Ich möchte Dir namens der Kirchenvorstände Danke sagen für 15 tolle Jahre. Mit dir hielt eine moderne Sprache Einzug in die Gottesdienste. Besonders mit dem erfolgreichen Moment-Mal-Gottesdienst wurden mehr Menschen erreicht. Die Musik hat mit Dir noch mehr Einzug in unsere Gemeindearbeit gefunden. Sogar einen kleinen Chor in Altenburg hast Du aufgebaut und geleitet. Die mittlerweile weit bekannte Moment-Mal-Band entstand bei dem gleichnamigen Gottesdienst. In Eifa wurde der „Förderkreis Kirchenmusik“ aus der Taufe gehoben. Ein neuer Gemeindebrief wurde nach Deinen Ideen entwickelt, und die moderne Technik hielt Einzug im Gemeindebüro. Die Kindergottesdienste wurden von Gemeindemitgliedern auf neue Beine gestellt. Auch ein Leitbild wurde unter Deiner Regie mit den Kirchenvorständen entwickelt. Die Partnerschaft mit der Gemeinde Weltewitz hast Du mit mehr Leben erfüllt. Du hast Dich auch dem Abenteuer „Zeltmission“ gestellt, was für einen Ortspfarrer nicht selbstverständlich ist. Das rechnen wir Dir hoch an. Wir hatten viel Spaß und haben viel gelacht. Vielen bist du nicht nur unser Pfarrer gewesen, sondern bist uns auch ein Freund geworden.“ Feldpusch gab zu bedenken, dass es Veränderungen geben werde. In seinen Dank schloss er auch Eurichs ganze Familie mit ein.

Mehrere Kirchenvorsteher überreichten danach noch Abschiedsgeschenke an Henner Eurich und einen Blumenstrauß an Gattin Manuela.

Sichtlich gerührt ergriff Eurich nochmal das Wort, und ermutigte zum Schluss die beiden Gemeinden, an dem Erreichten dranzubleiben.

Er verabschiedete sich mit seinem neuen, selbst komponierten Lied „Bevor...“

Spätestens jetzt hatten doch viele Besucher einen Kloß im Hals oder eine Träne im Auge.

Jochen Küster

21.03.2017