Jung für evangelischen Pluralismus

Die Vielfalt an Meinungsäußerungen aus der evangelischen Kirche hat EKHN-Kirchenpräsident Volker Jung als typisch protestantisch verteidigt. Vor Pfarrern und Ehrenamtlichen oberhessischer Dekanatsleitungen in Lich berichtete Jung von den Auseinandersetzungen um die Orientierungshilfe der EKD zum Thema Familie, an der er als Autor mitgewirkt hatte. "Viele fragen mich, ob das Papier nun zurückgenommen wird", berichtete der 53-jährige Pfarrer. "Das ist aber die völlig falsche Frage und eine unevangelische haltung, denn da gibt es nichts zurückzunehmen." Es gelte, auch innerkirchlich kontroverse Positionen auszuhalten und Widerspruch zu riskieren.

In diesem Zusammenhang wünschte Jung sich auch mehr Mut zur "öffentlichen Theologie" an der Basis, also zur Positionierung in sozialen und gesellschaftlichen Fragen. Viele Sonntagskolumnen in den Zeitungen seien ihm eigentlich zu brav. Jung: "Sich jetzt über Snowden zu äußern, das wäre doch mal etwas." (2. November 2013)
03.11.2013