Schwerpunktthema
10.03.2014

Arbeitskonflikte und Mobbing bei der Kirche

Informationen für Betroffene und Kollegen zum Vorbeugen und Handeln

Handreichung des IPOSKonflikte am Arbeitsplatz: "Der Erfahrung nach kommen die meisten ein halbes Jahr zu spät. Die tragen viel aus, versuchen alles mögliche, und es dauert sehr lange, bis sie sich entschließen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen." Das sagt Gerd Bauz, Leiter des Instituts für Personalberatung und Organisationsentwicklung (IPOS). Und er macht deutlich: in verfahrenen Konfliktsituationen Hilfe in Anspruch zu nehmen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Professionalität.
Sabine Sunnus betont darüber hinaus die notwendige Öffentlichkeit bei Konflikten. Das vertrauliche 4-Augen-Gespräch könne ins Desaster führen. Sie rät: Wo immer jemand unfaire Konflikte beobachtet, sollte er dies offen benennen. Das ist Zivilcourage, die Sunnus viel zu selten in der Kirche erlebt. Über 500 Mobbing-Fälle hat ihr Verein seit seiner Gründung in Wiesbaden vor 13 Jahren betreut. Sunnus ist nachhaltig erschüttert, welche Umgangsformen sie in der Kirche erlebt.
Alsfeld-evangelisch.de präsentiert zwei ausführliche Interviews und weiterführende Hilfs- und Kontaktinformationen zum Schwerpunktthema Konflikte & Mobbing in der Kirche.

Mobbing, das gibt es leider in praktisch allen  größeren Sozialverbänden. Im Betrieb, in der Schulklasse, aber eben auch in der Kirche. Mobbing ist die Ausgrenzung Missliebiger,  von Individuen, die einem Teil der Gruppe nicht passen, die als störend empfunden werden, als Gefahr, als Konkurrenz - oder schlicht als ungefährliches Opfer, an dem man sich probieren und üben kann.
Mobbing ist brutal, immer unfair und geschieht meist ohne sichtbare bzw. beweiskräftige Spuren zu hinterlassen. Der Mob setzt auf psychische Gewalt.
Für das Magazin "Alsfeld-evangelisch.de" habe wir mit zwei Experten gesprochen: Gerd Bauz, Leiter des IPOS und derzeit auch zentraler Konfliktbeauftragter in der EKHN, und Sabine Sunnus, Vorstandsmitglied des Vereins "D.A.V.I.D. gegen Mobbing in der Kirche". Da beide unterschiedliche Akzente setzen und manches verschieden bewerten, lohnt es sich, beide Gespräche zu lesen. Und dies nicht nur, wenn man selbst schon Konflikte am (kirchlichen) Arbeitsplatz erlebt hat: beiden Experten geht es auch um Prävention, um die Vermeidung unfairer Konflikte, um möglichst frühe Hilfe in verfahrenen  Situationen.

Die Beratung durch Konfliktbeauftragte des Dekanats oder durch einen Mitarbeiter des IPOS ( Tel: 0151-15 18 14 19) ist kostenlos und vertraulich - niemand erfährt davon. Andere Konfliktbeteiligte werden erst einbezogen, wenn der Klient dies wünscht und dies abgesprochen ist. Es braucht keine Beschlüsse für Kostenübernahmen o.ä.

Und nun zu den derzeit drei großen Beiträgen hier im Magazin:
das Interview mit Gerd Bauz
das Interview mit Sabine Sunnus
ein Interview mit Pater Klaus Mertes über Loyalität und Widerspruch

Mobbing + Arbeitskonflikte

Beratung für kirchliche Mitarbeiter (ehrenamtliche wie berufliche):
IPOS Konflikt-Handy: 0151 -15181419
Handreichung für partnerschaftliches Verhalten (pdf)

Verein "D.A.V.I.D. gegen Mobbing in der Kirche"
www.david-gegen-mobbing.de
Mail an Sabine Sunnus

Als erste Anlaufstelle vor Ort steht auch die Beratung des Diakonischen Werkes offen, montags und donnerstags von 10 bis 12 Uhr ohne Anmeldung (Altenburger Str. 33, Alsfeld) und ansonsten nach Vereinbarung (Fred Weißing, Tel: 06631-72031, Mail: beratungsstelle@diakonie-vogelsberg.de)

Rund um die Uhr zu erreichen ist die Telefonseelsorge: 0800 - 111 0 111 (kostenfrei)

In Frankfurt gibt es eine gemeinsam von Kirchen und Gewerkschaften getragene Mobbing-Beratung; Leiter Dr. Gunter Volz empfiehlt jedoch nicht, aus dem Vogelsberg dort anzurufen, da man alle ernsten Fälle an Fachleute im Rhein-Main-Gebiet verweise, wo man eine gute und erprobte Infrastruktur hat.

Weitere Links zum Verein"D.A.V.I.D. gegen Mobbing in der evangelischen Kirche":

* Entstehungsgeschichte des Vereins
* Aufsatz "Von allen guten Geistern verlassen"
* Aufsatz "Mit Mobbing-Strategien zum Erfolg"
* 10-Punkte Programm gegen Mobbing
* Diskussionsforum (bei DAVID)
D.A.V.I.D. steht dabei für "Deeskalation, Aufklärung, Vertrauen, Intervention, Dokumentation".